›hier berlin literaturhaus‹ | H.C. Artmann, Nr 40

Freitag, 9. Juni, 20 Uhr. Ausstellungseröffnung

Der Kunstkritiker, Kunstvermittler und KunsthändlerJulius Meier-Graefe wurde vor 150 Jahren geboren – Anlass, diese Grenzgängerfigur in seiner deutschen Hauptwirkungsstätte, Berlin, zu würdigen.

Eine Ausstellung des Literaturhauses Berlin, kuratiert von Dr. Ingeborg Becker (ehem. Bröhan-Museum) und Prof. Dr. Stephanie Marchal (Ruhr-Universität Bochum/Leuphana Universität Lüneburg)

Ausstellung bis zum 16.7.2017
Mi - Fr: 14 - 19 Uhr
Sa, So: 11 - 19 Uhr

Eintritt frei

Julius Meier-Graefe (1867-1935) wurde durch seine außerordentliche Aktivität auf vielen Gebieten der Kunst zu einer zentralen Gestalt des kulturellen Geschehens von der Jahrhundertwende bis zu Beginn der 1920er Jahre. Wie kein anderer etablierte er durch seine Schriften eine „neue Schule des Sehens“, die die moderne, zeitgenössische Kunst in den Vordergrund stellte, aber auch zu einer Neubewertung von Künstlern der Vergangenheit führte. Der heutige Kanon der Kunstgeschichte geht wesentlich auf seine Neuperspektivierung der Kunstgeschichte zurück; Berliner Sammlungsbestände hat er grundlegend mit profiliert. Durch seine Verbundenheit mit Künstlern wie Edvard Munch, Henry van de Velde, Max Beckmann u.v.a., als Mitbegründer der bibliophilen Zeitschrift PAN sowie durch seine aktive Förderung der neuen dekorativen Bewegung, des Jugendstils und des französischen Impressionismus wurde Meier-Graefe zu einem einzigartigen Mentor und Anreger, zu einer kulturellen Instanz.

Neben Länder- überschritt er auch Gattungsgrenzen. Meier-Graefe begann als Literat in den 1890er Jahren im Umkreis Strindbergs, Ibsens, Dehmels und Bierbaums. Später im französischen Exil, wo er 1935 starb, stand er im engen Austausch mit Thomas Mann und René Schickele. Diese bislang unbeleuchtete Seite seines Schaffens, die auch die Literarizität seiner kunstkritischen Sprache prägte, wird die Ausstellung vermitteln und in einem begleitenden Vortragsprogramm reflektieren.


Zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag ein Begleitbuch (496 Seiten, mit zahlreichen farbigen und schwarzweißen Abbildungen).

Ingeborg Becker, Stephanie Marchal und Moritz Wehrmann (Jg. 1980), der sich künstlerisch mit dem historischen Wirken Meier-Graefes und mit Verfahrensweisen zeitgenössischer Kunstkritik auseinandergesetzt hat, führen in die von ihnen erarbeitete Ausstellung ein.

Ausstellungsführungen finden regelmäßig sonntags statt, entweder mit den Kuratorinnen oder mit anderen Meier-Graefe-Experten: am 11.6., 18.6., 25.6., 2.7. und 9.7. jeweils ab 11.30 Uhr.

Zur Finissage führt Ingeborg Becker am Sonntag, 16.7., ab 15 Uhr durch die Ausstellung.

Ausführlichere Informationen zum Begleitprogramm mit Vorträgen renommierter Kunsthistoriker, mit Lesungen und einem musikalisch begleiteten »Spanischen Abend« werden demnächst in einem Ausstellungsflyer wie auch auf unserer Internetseite und in den Newslettern veröffentlicht.

Für die Förderung des Projekts danken wir der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Stiftung Preußische Seehandlung. Ebenso danken wir der Volkswagen Stiftung und der Gerda Henkel Stiftung für ihre Unterstützung.

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Julius Meier-Graefe – Grenzgänger der Künste

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