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Franz Mon: "Am Nullpunkt der Rede"
Franz Mon (Jg. 1926) ist einer der wichtigsten Praktiker und Theoretiker der sprachexperimentellen Moderne. Die
Ausstellung dokumentiert das sprach- und formexperimentelle Werk des Lyrikers, konkreten Dichters, Künstlers
anhand seiner poetischen, ästhetischen, grafischen, visuellen und akustischen Arbeiten aus den Jahren 1959 bis
2008 und erläutert Mons experimentelles, Gattungs- und Formkonventionen sprengendes, die Ränder der Künste
amalgamierendes Werk an Text und Material sowie mit Zitaten aus "Poetiken zur Fläche", "Texte in den
Zwischenräumen", aus dem Interkunst-Konzept "prinzip collage" sowie aus den Poetiken zu Hörstücken und
Funkfassungen.
Für Leihgaben ist zu danken: Franz Mon, Johanna Bohley, Studienzentrum für Künstlerpublikationen/Weserburg,
Bremen (Fond Franz Mon); für Mithilfe: Dr. Nina Diezemann.
Hannah Arendt. Vertrauen in das Menschliche / Increderea in om
Konzeption: Lutz Dittrich, Literaturhaus Berlin - New Europe College Bukarest: 28.9. - 29.10.2010
»Wir fangen etwas an; wir schlagen unseren Faden in ein Netz der Beziehungen. Was daraus wird, wissen wir nie. Das ist ein Wagnis. Und nun würde ich sagen, daß dieses Wagnis nur möglich ist im Vertrauen auf die Menschen. Das heißt, in einem - schwer genau zu fassenden, aber grundsätzlichen - Vertrauen in das Menschliche aller Menschen.« (Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus, 1964) War Hannah Arendt (1906-75) bis zum Ende des Kalten Kriegs jenseits des »Eisernen Vorhangs«, mit Ausnahme Polens, kaum präsent, werden die Schriften der konfliktfähigen Denkerin seit 1989 auch in den ehemals kommunistisch regierten Ländern Osteuropas intensiver rezipiert: Menschen, denen es gelang, totalitäre Diktaturen und deren brutale Geheimdienste aufzubrechen, sehen sich von Arendts Totalitarismusforschung bestätigt, daß die Forderung nach politischer Freiheit auch in terrorisierten Gesellschaften, die in Apathie und unter allgegenwärtiger Denunziation fast zu ersticken drohten, obsiegen kann. Ging es Arendt um das freiheitliche Potential von Politik, das nach den Zivilisationsbrüchen des 20. Jahrhunderts völlig neu zu begründen war, so kamen dabei zugleich die destruktiven Tendenzen moderner Massengesellschaften, die sich als Arbeitsgesellschaften definieren, in den Blick. Wie auch das fast unlösbare Problem, daß seit der Französischen Revolution von 1789 revolutionäre Erfolge schließlich nicht an der Sicherung politischer Freiheit, sondern an der Lösung der »sozialen Frage« gemessen werden. Einfach hat es Hannah Arendt - 1933 als Jüdin aus Deutschland vertrieben,
mit Glück der Verfolgung in Frankreich entkommen, seit 1951 amerikanische
Staatsbürgerin - weder sich noch ihren zum Mitdenken ermutigten Lesern
gemacht: Äußerst aggressiv reagierte das amerikanisch-jüdische
und das israelische »Establishment« auf Arendts »Bericht
von der Banalität des Bösen«, in dem nach dem Jerusalemer
Prozeß gegen Eichmann von 1961 auch die Kollaboration jüdischer
Funktionäre bei den Deportationen zur Sprache kam. Arendts Diktum: »Der Sinn von Politik ist Freiheit«, ist eine Quelle der Kraft und der Inspiration, um über das freiheitliche Vermögen der Menschen, die spontan, immer wieder neu und gemeinsam handeln können, kritisch nachzudenken. Und um das Verhältnis von politischer Freiheit und »sozialer Frage« mit einer Perspektive zu versehen. Die neu konzipierte Ausstellung folgt, deutsch und rumänisch kommentiert,
mit zahlreichen Fotos und einigen Erstausgaben den Lebensspuren von Hannah
Arendt, referiert ihre wichtigsten Bücher, berichtet von der Beziehung
zu Martin Heidegger und von philosophischen wie literarischen Freundschaften:
mit Karl Jaspers wie etwa mit Hermann Broch, Randall Jarrell und Uwe Johnson. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes
Presse- und Informationsmaterial, Fotos, Logos des Literaturhauses
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