|
Konzeption: Ernest Wichner, Lutz Dittrich Ausstellungseröffnung: Freitag, 17. September, 18
Uhr im Garten des Literaturhauses 17.9. bis 21.11.2010 Eintritt: 5,- / 3,- Euro (inklusive Audioguide) Zur Ausstellungseröffnung sprechen André Schmitz (Staatssekretär für Kultur), Herta Müller und Ernest Wichner. Ausstellungsbegleitend findet ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm
statt, das bereits am 16. September 2010
mit einer Lesung von Herta Müller, moderiert von Ernest Wichner,
im Berliner Ensemble beginnt.
»Der Bogen von einem Kind, das Kühe hütet im Tal, bis hierher ins Stadthaus von Stockholm ist bizarr. Ich stehe, wie so oft, auch hier neben mir selbst.« Mit diesen Worten begann Herta Müller am 10. Dezember 2009 ihre
Tischrede beim Nobelpreis-Bankett. Zum ersten Mal wird der rumäniendeutschen
Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller
eine Ausstellung gewidmet. Gezeigt werden bisher unveröffentlichte
Dokumente und Fotografien aus dem Familienbesitz Herta Müllers, in
Filmausschnitten sieht man u.a. das historische und das heutige Banat;
Weggefährten wie die Autoren der »Aktionsgruppe Banat«
kommen zu Wort. Auszüge aus Securitate-Akten berichten von einem
rigorosen und menschenfeindlichen politischen System. Originalmanuskripte,
ein Arbeitsbuch zu »Atemschaukel« und andere literarische
Zeugnisse sind zu sehen. Herta Müllers Collagen, die seit Ende der
80er Jahre entstanden sind, werden im Original präsentiert. Die Ausstellung
folgt den Spuren der Autorin: angefangen bei ihrer Kindheit im schwäbischen
Banat bis hin zur Verleihung des Literaturnobelpreises in Stockholm im
Winter 2009. Zur Ausstellung erschien Band 2/2010 der Ausstellungs-HEFTE des Münchner Literaturhauses mit zahlreichen Fotos und Abbildungen und einem bislang in Deutschland unveröffentlichten Text aus dem 1984 in Bukarest erschienenen Prosaband »Drückender Tango«. (5,- Euro) Führungen durch die Ausstellung mit einem der Kuratoren, Ernest Wichner oder Lutz Dittrich, finden donnerstags, jeweils um 18 Uhr, statt, am: 23.9., 7.10., 14.10., 21.10. und 28.10. Um Voranmeldung wird gebeten (max. 20 Teilnehmer). Ausstellungsführungen für Schulklassen können gesondert vereinbart werden.
Wir danken den Leihgebern: Helmut Böttiger, Barbara Bräuer, Lutz Dittrich, Johann Lippet, Herta Müller und Harry Merkle, Katharina Müller, William Totok, Richard Wagner, Ernest Wichner sowie dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Für Fotos und Abbildungen ist zu danken: Barbara Bräuer, Anna Gion, der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V., der Mainzer Forschungsstelle Verlagsarchive, Harry Merkle, Matthias Müller-Wieferig, Michael Stöckel, Ernest Wichner. Für Filme und Rundfunkbeiträge danken wir: Günter Czernetzky, Thomas Honickel, Ulrike Janssen und Norbert Wehr, Tiberiu Stoichici sowie dem Bayerischen Rundfunk, Radio Bremen, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, dem Deutschlandfunk, der NOBELSTIFTUNG und dem supposé Verlag Berlin (Thomas Böhm und Klaus Sander).
Eine Ausstellung des Wien Museums und der
Ludwig Boltzmann
Gesellschaft/ Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Theorie der Biographie in Kooperation mit der
Österreichischen Nationalbibliothek/ Literaturarchiv und mit dem Literaturhaus Berlin Konzeption: Bernhard Fetz, mit Hannes Schweiger
Wien Museum: 4.11.2010 - 13.2.2011
Ernst Jandl schrieb Laut- und Sprechgedichte, experimentelle Prosa, autobiographische
Texte, Hörspiele, Theaterstücke, Filme und ein Ballett. Er war
ein Auftritts- und Vortragskünstler, der das Publikum zum Lachen,
manchmal zum Toben brachte. Überstrahlt vom Witz und den Pointen
der Jandl’schen Gassenhauer spricht nicht nur das Spätwerk
aber auch eine andere Sprache. In ihrem Requiem für Ernst Jandl (2001)
schreibt Friederike Mayröcker über einen Vers des Gefährten
so vieler Jahre, daß er die „verdammenswürdige, die entwürdigende
Vergänglichkeit und Endlichkeit unseres Lebens“ ausdrücke.
Anläßlich des 85. Geburtstages sowie des 10. Todestages von Ernst Jandl widmet sich die Ausstellung einem der wichtigsten und einflußreichsten Lyriker der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Sie richtet das Hauptaugenmerk auf die Vielsprachigkeit, Internationalität und Intermedialität seines Werkes. Die Ernst Jandl-Show inszeniert die Vielseitigkeit und Vielstimmigkeit Jandls anhand von Ton- und Filmaufnahmen, Fotos und Lebensdokumenten, Briefen, Manuskripten sowie zahlreichen unveröffentlichten Texten. Jandl wird als Künstler sichtbar, der an den Schnittstellen von Literatur, Musik und Bildender Kunst arbeitete. Ausstellungsbegleitend wird vom Österreichischen Literaturarchiv, das den Nachlaß Jandls erschließt, eine Jandl-DVD realisiert, welche die Möglichkeiten der hypertextuellen Vernetzung von Dokumenten und Texten nutzt, eine Vielzahl an Lesewegen durch das Material eröffnet und dabei zugleich die komplexen Wechselwirkungen zwischen Lebens- und Werkgeschichte sichtbar macht.
Ausstellung und Veranstaltungen werden gefördert durch die
|
||||
|
|
||||