Ausstellung
Eine Produktion des Literaturhauses München in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin

Konzeption: Ernest Wichner, Lutz Dittrich
Gestaltung: unodue{ (Costanza Puglisi und Florian Wenz)

Ausstellungseröffnung: Freitag, 17. September, 18 Uhr im Garten des Literaturhauses

17.9. bis 21.11.2010
Di, Mi, Fr, Sa, So, Feiertag 11-19 Uhr
Do 11-21 Uhr

Eintritt: 5,- / 3,- Euro (inklusive Audioguide)

Zur Ausstellungseröffnung sprechen André Schmitz (Staatssekretär für Kultur), Herta Müller und Ernest Wichner.

Ausstellungsbegleitend findet ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm statt, das bereits am 16. September 2010 mit einer Lesung von Herta Müller, moderiert von Ernest Wichner, im Berliner Ensemble beginnt.
Zur Finissage am 17. November 2010 präsentieren Sanda Weigl & Band zusammen mit Herta Müller die legendäre rumänische Sängerin Maria Tanase (1913 - 1963).

 

Im Frühsommer 2004 suchten Herta Müller und Oskar Pastior dessen Deportationsorte in der Ukraine auf. © Ernest Wichner

»Der Bogen von einem Kind, das Kühe hütet im Tal, bis hierher ins Stadthaus von Stockholm ist bizarr. Ich stehe, wie so oft, auch hier neben mir selbst.«

Mit diesen Worten begann Herta Müller am 10. Dezember 2009 ihre Tischrede beim Nobelpreis-Bankett. Zum ersten Mal wird der rumäniendeutschen Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eine Ausstellung gewidmet. Gezeigt werden bisher unveröffentlichte Dokumente und Fotografien aus dem Familienbesitz Herta Müllers, in Filmausschnitten sieht man u.a. das historische und das heutige Banat; Weggefährten wie die Autoren der »Aktionsgruppe Banat« kommen zu Wort. Auszüge aus Securitate-Akten berichten von einem rigorosen und menschenfeindlichen politischen System. Originalmanuskripte, ein Arbeitsbuch zu »Atemschaukel« und andere literarische Zeugnisse sind zu sehen. Herta Müllers Collagen, die seit Ende der 80er Jahre entstanden sind, werden im Original präsentiert. Die Ausstellung folgt den Spuren der Autorin: angefangen bei ihrer Kindheit im schwäbischen Banat bis hin zur Verleihung des Literaturnobelpreises in Stockholm im Winter 2009.
Ein aus vielen Originaltonbeiträgen Herta Müllers mit älteren und aktuellen Gesprächen, mit Lesungen und Kommentaren zusammengestellter Audioguide begleitet die einzelnen Ausstellungsstationen.

Zur Ausstellung erschien Band 2/2010 der Ausstellungs-HEFTE des Münchner Literaturhauses mit zahlreichen Fotos und Abbildungen und einem bislang in Deutschland unveröffentlichten Text aus dem 1984 in Bukarest erschienenen Prosaband »Drückender Tango«. (5,- Euro)

Führungen durch die Ausstellung mit einem der Kuratoren, Ernest Wichner oder Lutz Dittrich, finden donnerstags, jeweils um 18 Uhr, statt, am: 23.9., 7.10., 14.10., 21.10. und 28.10. Um Voranmeldung wird gebeten (max. 20 Teilnehmer).

Ausstellungsführungen für Schulklassen können gesondert vereinbart werden.




Für die Kooperation bei den ausstellungsbegleitenden Veranstaltungen danken wir den beteiligten Institutionen.

 Dank an den Hauptstadtkulturfonds für die großzügige Unterstützung.

Wir danken den Leihgebern: Helmut Böttiger, Barbara Bräuer, Lutz Dittrich, Johann Lippet, Herta Müller und Harry Merkle, Katharina Müller, William Totok, Richard Wagner, Ernest Wichner sowie dem Deutschen Literaturarchiv Marbach.

Für Fotos und Abbildungen ist zu danken: Barbara Bräuer, Anna Gion, der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V., der Mainzer Forschungsstelle Verlagsarchive, Harry Merkle, Matthias Müller-Wieferig, Michael Stöckel, Ernest Wichner.

Für Filme und Rundfunkbeiträge danken wir: Günter Czernetzky, Thomas Honickel, Ulrike Janssen und Norbert Wehr, Tiberiu Stoichici sowie dem Bayerischen Rundfunk, Radio Bremen, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, dem Deutschlandfunk, der NOBELSTIFTUNG und dem supposé Verlag Berlin (Thomas Böhm und Klaus Sander).


Das Literaturhaus Stuttgart zeigt Teile der Ausstellung, adaptiert, ab dem 9.12.2010; im Buddenbrookhaus Lübeck ist die komplette Fassung vom 23.1. bis zum 24.4.2011 zu sehen; weitere Stationen folgen.

 

 

 

 


Ausstellung. Multimediale Biographie. Veranstaltungen

Eine Ausstellung des Wien Museums und der Ludwig Boltzmann Gesellschaft/ Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Theorie der Biographie in Kooperation mit der Österreichischen Nationalbibliothek/ Literaturarchiv und mit dem Literaturhaus Berlin
sowie in Zusammenarbeit mit dem Brukenthal Museum in Sibiu/Hermannstadt

Konzeption: Bernhard Fetz, mit Hannes Schweiger
Gestaltung: polar (Margot Fürtsch-Loos und Siegfried Loos, Wien)

Wien Museum: 4.11.2010 - 13.2.2011
Literaturhaus Berlin: 11.3. - 15.5.2011
Brukenthal Museum Sibiu/Hermannstadt [Rumänien]: 30.9. - 6.11.2011

 

Ernst Jandl 1978

Ernst Jandl schrieb Laut- und Sprechgedichte, experimentelle Prosa, autobiographische Texte, Hörspiele, Theaterstücke, Filme und ein Ballett. Er war ein Auftritts- und Vortragskünstler, der das Publikum zum Lachen, manchmal zum Toben brachte. Überstrahlt vom Witz und den Pointen der Jandl’schen Gassenhauer spricht nicht nur das Spätwerk aber auch eine andere Sprache. In ihrem Requiem für Ernst Jandl (2001) schreibt Friederike Mayröcker über einen Vers des Gefährten so vieler Jahre, daß er die „verdammenswürdige, die entwürdigende Vergänglichkeit und Endlichkeit unseres Lebens“ ausdrücke.
Jandl schrieb im Dialekt, auf Englisch, in „heruntergekommener Sprache“, und er stellte seine Vielsprachigkeit auch als Übersetzer unter Beweis. Über Jahrzehnte arbeitete er mit Musikern und Musikerinnen zusammen; viele dieser Auftritte sind legendär. Ernst Jandl war leidenschaftlicher Jazzfan und Schachspieler, Lehrer und Dichter, einzigartiger Interpret und Vermittler eigener aber auch fremder Texte.
Die Innovationskraft seines Werkes wirkt fort. Es gehört nicht nur zum literarischen Kanon, vielmehr verdankt sich seine Sprachvielfalt in hohem Maße der Alltagskultur, in die es in Form von Zitaten und Anspielungen auch wieder Eingang gefunden hat: „lechts und rinks kann man nicht velwechsern“.

Anläßlich des 85. Geburtstages sowie des 10. Todestages von Ernst Jandl widmet sich die Ausstellung einem der wichtigsten und einflußreichsten Lyriker der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Sie richtet das Hauptaugenmerk auf die Vielsprachigkeit, Internationalität und Intermedialität seines Werkes. Die Ernst Jandl-Show inszeniert die Vielseitigkeit und Vielstimmigkeit Jandls anhand von Ton- und Filmaufnahmen, Fotos und Lebensdokumenten, Briefen, Manuskripten sowie zahlreichen unveröffentlichten Texten. Jandl wird als Künstler sichtbar, der an den Schnittstellen von Literatur, Musik und Bildender Kunst arbeitete.

Ausstellungsbegleitend wird vom Österreichischen Literaturarchiv, das den Nachlaß Jandls erschließt, eine Jandl-DVD realisiert, welche die Möglichkeiten der hypertextuellen Vernetzung von Dokumenten und Texten nutzt, eine Vielzahl an Lesewegen durch das Material eröffnet und dabei zugleich die komplexen Wechselwirkungen zwischen Lebens- und Werkgeschichte sichtbar macht.




Für die ausstellungsbegleitenden Veranstaltungen in Berlin sind Kooperationen u.a. mit dem Österreichischen Kulturforum geplant.

 

Ausstellung und Veranstaltungen werden gefördert durch die

   

 

 

 

 

 

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