Franz Mon: "Am Nullpunkt der Rede"


Experimentelle Werke. Eins. Ausstellung

Eine Kooperation mit der Freien Universität Berlin (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)

16. November 2011 - 27. Januar 2012, im Eingangsfoyer; Eintritt frei

Franz Mon (Jg. 1926) ist einer der wichtigsten Praktiker und Theoretiker der sprachexperimentellen Moderne. Die Ausstellung dokumentiert das sprach- und formexperimentelle Werk des Lyrikers, konkreten Dichters, Künstlers anhand seiner poetischen, ästhetischen, grafischen, visuellen und akustischen Arbeiten aus den Jahren 1959 bis 2008 und erläutert Mons experimentelles, Gattungs- und Formkonventionen sprengendes, die Ränder der Künste amalgamierendes Werk an Text und Material sowie mit Zitaten aus "Poetiken zur Fläche", "Texte in den Zwischenräumen", aus dem Interkunst-Konzept "prinzip collage" sowie aus den Poetiken zu Hörstücken und Funkfassungen.

Die Ausstellung wurde realisiert von Studenten des Hauptseminars "Literarische Formen der Neoavantgarde um 1960" (Dr. Johanna Bohley): Giulia Baldelli, Andreas Bülhoff, Sandra Fey, Karolin Fischer, Lisa Grabert, Görkem Koparan, Bianca Maley, Elnas Mehdisade, Anna Michel, Joscha Neumann, Nemanja Novkovic, Lukasz Pakula, Luca Romani, Susann Ruscher, Rebecca Simon, Perrine Trachsel, Ramona Wiemann, Philipp Wittig, Claire Wulff.
Plakat und Flyer: Nemanja Novkovic

 

Franz Mon 1 Franz Mon 2

 

Für Leihgaben ist zu danken: Franz Mon, Johanna Bohley, Studienzentrum für Künstlerpublikationen/Weserburg, Bremen (Fond Franz Mon); für Mithilfe: Dr. Nina Diezemann.

In der Buchhandlung "Kohlhaas & Company" (Souterrain des Literaturhauses) sind ausgewählte Publikationen von und über Franz Mon zu erwerben.

Dank an den Deutschen Literaturfonds e.V. für die freundliche Unterstützung.

FU-Berlin

 

 

Hannah Arendt. Vertrauen in das Menschliche / Increderea in om


Ausstellung

Eine Kooperation des Literaturhauses Berlin mit dem Goethe-Institut Bukarest

Konzeption: Lutz Dittrich, Literaturhaus Berlin
Gestaltung: Katharina Triebe, Leipzig
Übersetzung: Horatiu Gabriel Decuble, Bukarest

- New Europe College Bukarest: 28.9. - 29.10.2010
- Deutsches Kulturzentrum Klausenburg mit der Babes-Bolyai Universität Klausenburg im Matthias Corvinus Haus: 24.2. - 8.3.2011
- Societatea de Concerte Bistrita mit der Oradea Universität Bistrita: 2. - 17.4.2011
- Deutsches Kulturzentrum Iasi mit der Universität Petre Andrei Iasi: 3.5 - 3.6.2011
- Deutsches Kulturzentrum Kronstadt: 13.10. - 10.11.2011
- Deutsches Kulturzentrum Temeswar: 21.11.2011 - 15.1.2012
- Deutsches Kulturzentrum Hermannstadt: Frühjahr 2012

 

Hannah Arendt. New York, 1972 (Foto: Jill Krementz)

»Wir fangen etwas an; wir schlagen unseren Faden in ein Netz der Beziehungen. Was daraus wird, wissen wir nie. Das ist ein Wagnis. Und nun würde ich sagen, daß dieses Wagnis nur möglich ist im Vertrauen auf die Menschen. Das heißt, in einem - schwer genau zu fassenden, aber grundsätzlichen - Vertrauen in das Menschliche aller Menschen.« (Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus, 1964)

War Hannah Arendt (1906-75) bis zum Ende des Kalten Kriegs jenseits des »Eisernen Vorhangs«, mit Ausnahme Polens, kaum präsent, werden die Schriften der konfliktfähigen Denkerin seit 1989 auch in den ehemals kommunistisch regierten Ländern Osteuropas intensiver rezipiert: Menschen, denen es gelang, totalitäre Diktaturen und deren brutale Geheimdienste aufzubrechen, sehen sich von Arendts Totalitarismusforschung bestätigt, daß die Forderung nach politischer Freiheit auch in terrorisierten Gesellschaften, die in Apathie und unter allgegenwärtiger Denunziation fast zu ersticken drohten, obsiegen kann.

Ging es Arendt um das freiheitliche Potential von Politik, das nach den Zivilisationsbrüchen des 20. Jahrhunderts völlig neu zu begründen war, so kamen dabei zugleich die destruktiven Tendenzen moderner Massengesellschaften, die sich als Arbeitsgesellschaften definieren, in den Blick. Wie auch das fast unlösbare Problem, daß seit der Französischen Revolution von 1789 revolutionäre Erfolge schließlich nicht an der Sicherung politischer Freiheit, sondern an der Lösung der »sozialen Frage« gemessen werden.

Einfach hat es Hannah Arendt - 1933 als Jüdin aus Deutschland vertrieben, mit Glück der Verfolgung in Frankreich entkommen, seit 1951 amerikanische Staatsbürgerin - weder sich noch ihren zum Mitdenken ermutigten Lesern gemacht: Äußerst aggressiv reagierte das amerikanisch-jüdische und das israelische »Establishment« auf Arendts »Bericht von der Banalität des Bösen«, in dem nach dem Jerusalemer Prozeß gegen Eichmann von 1961 auch die Kollaboration jüdischer Funktionäre bei den Deportationen zur Sprache kam.
Der politischen Klasse Amerikas attestierte Arendt Anfang der 60er Jahre nach der Ermordung Kennedys und während des Vietnam-Kriegs, das politische Vermächtnis der amerikanischen Gründerväter vergessen zu haben.

Arendts Diktum: »Der Sinn von Politik ist Freiheit«, ist eine Quelle der Kraft und der Inspiration, um über das freiheitliche Vermögen der Menschen, die spontan, immer wieder neu und gemeinsam handeln können, kritisch nachzudenken. Und um das Verhältnis von politischer Freiheit und »sozialer Frage« mit einer Perspektive zu versehen.

Die neu konzipierte Ausstellung folgt, deutsch und rumänisch kommentiert, mit zahlreichen Fotos und einigen Erstausgaben den Lebensspuren von Hannah Arendt, referiert ihre wichtigsten Bücher, berichtet von der Beziehung zu Martin Heidegger und von philosophischen wie literarischen Freundschaften: mit Karl Jaspers wie etwa mit Hermann Broch, Randall Jarrell und Uwe Johnson.

Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes     

 

 

 

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