Sonntag, 2. April, 11.00 – 13.00 Uhr


Erlesene Sonntage 4
Kinder- und Familien-Matineé für Geschichten-Liebhaber

abgespielt – Anpfiff, Abseits und Elfmeter

In zweimal 45 Minuten dreht sich alles um das Thema Fußball. Sabine Mähne und Friederike Ribbe trainieren gemeinsam mit Kindern ab 6 Jahren samt Eltern literarische Kopfbälle, Volleyschüsse und Fallrückzieher.

Eintritt frei
Wir bitten um Anmeldung unter 887 28 60
Gemeinsam mit LesArt-Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur

 

Sonntag, 2. April, 18.00 Uhr


Erstes Autorentheater Berlin 11

An jedem ersten Sonntag im Monat stellt das Erste Autorentheater Berlin ein noch nicht uraufgeführtes Stück vor. Autor, Schauspieler, Regie, Dramaturgie erarbeiten gemeinsam eine Lesung, die mit einem Publikumsgespräch in Anwesenheit des Autors abgeschlossen wird. Eine Auswahl der vorgestellten Stücke wird zur Uraufführung kommen. Das Erste Autorentheater Berlin setzt sich zum Ziel, eine Börse, ein Forum für bekannte und unbekannte Theaterautoren zu sein, und wird ausschließlich Uraufführungen produzieren.

Volker Lüdecke: Der Afrika Kinematograph

Ein Domizil am Bodensee, das zwei Filmstudenten zur Vorbereitung auf ihre Abschlußfilme zur Verfügung gestellt wurde, wird zum Schauplatz der Eskalation eines Konfliktes zwischen der Besitzerin des Hauses und ihrem angeblichen Bruder. Beim Ringen um ihre Drehbücher werden die Studenten von einer überbordenden Realität in Form von sich aufdrängenden Personen gestört, die ihre Arbeit empfindlich stören.
Es sprechen: Brigitte Röttgers, Monika Praxmarer, Erwin Schastok, Dirk Weidner und Christian Klischat. Regie: Gabriele Jakobi.

Eintritt frei

 

Dienstag, 4. April, 20.00 Uhr


Gilbert K. Chesterton: Die Wildnis des häuslichen Lebens

Alle Begriffe der wissenschaftlichen Literatur: »Gesetz«, »Notwendigkeit«, »Ordnung«, »Tendenz« und so weiter sind im Grunde ohne intellektuelle Strenge gebildet, denn sie setzen einen inneren Zusammenhang voraus, eine Synthese, über die wir gar nicht verfügen. Die einzigen Wörter, die mich als Beschreibungen der Naturvorgänge je befriedigt haben, sind jene, die in den Märchenbüchern angewandt werden - »Zauber«, »Bann«, »Verwunschenheit«.

                                                             G. K. Chesterton


Der englische Schriftsteller Gilbert K. Chesterton (1874-1936), Autor der legendären Pater Brown-Kriminalromane, ist einer der glänzenden Stilisten der englischen Literatur – „einer der gescheitesten Männer, die je gelebt haben“ (Ernst Bloch). In seinen von Joachim Kalka übersetzten Essays geht es um die Vorteile der Einbeinigkeit, die Farbe Weiß, um kriminelle Köpfe und die Dürftigkeit der Ratgeberliteratur. Joachim Kalka liest aus G.K. Chestertons »Die Wildnis des häuslichen Lebens« (Berenberg Verlag). Moderation und Gespräch: Michael Maar.

 

Donnerstag, 6. April, 20.00 Uhr


Beckett – Lippen schweigen
Eine filmische Biographie in zwei Akten von Goggo Gensch (ARTE/SWR 2005)

Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf das Nichts des Neuen.

                                                          Samuel Beckett: Murphy


Samuel Beckett ist am 13. April 1906 in Dublin geboren worden. Goggo Genschs filmische Dokumentation zeigt den weltberühmten Romancier und Dramatiker als einen sanften Melancholiker – und heimlichen Romantiker – , der sich aus langen Jahren der Erfolglosigkeit eine Unabhängigkeit und Freiheit erarbeitet hatte, die er in seiner Kunst radikal umsetzte. Seinen künstlerischen Überzeugungen folgte er unbedingt, zwanghaft, rücksichtslos; dabei erlebten ihn enge Freunde als bescheiden und rücksichtsvoll.

In Zusammenarbeit mit ARTE, dem Medienpartner von literaturhaeuser.net, zeigen wir die Dokumentation am Vorabend der Ausstrahlung auf ARTE (Ausstrahlung am Freitag, 7. April, um 22.20 Uhr und im SÜDWEST Fernsehen am 13. April, 22.35 Uhr, sowie am 14. April um 22.40 Uhr).

Eintritt frei

 

Freitag, 7. April, 20.00 Uhr


Richard Wagner: Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes

Es ist, als schlügen die Deutschen in allen Fragen immer noch die Hermannschlacht. Man geht nicht auf Entwicklungen ein, man stemmt sich gegen sie, wie gegen das Ende der Geschichte. Man weiß es, und man jammert, gegen den Neoliberalismus, gegen die Globalisierung. Aber im Namen von was? Wir beziehen uns nicht auf die Nation, schon längst nicht auf das nationale Interesse, wir berufen uns aber auf eine Nationalideologie. Diese ist friedfertig, ökologisch und besserwisserisch.

                                                               Richard Wagner


Vom kranken Patienten Deutschland erzählt Richard Wagner in seinem soeben erschienenen Buch »Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes« (Aufbau Verlag); es ist die lakonische Bestandsaufnahme der deutschen Misere, von der geschwundenen Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten bis zur Verunsicherung von Ost und West nach der Vereinigung, der fraglich gewordenen „deutschen Identität“. Richard Wagner liest aus diesem Buch. Moderation und Gespräch: Thea Dorn.

 

Dienstag, 11. April, 20.00 Uhr


Iris Hanika / Edith Seifert
Die Wette auf das Unbewußte oder Was Sie schon immer über Psychoanalyse wissen wollten

Der Psychoanalytiker ist ein Händler in symbolischen Waren, er zieht Wechsel auf das Unbewußte und handelt mit Dingen der Lust, die nicht den Gesetzen der kapitalistischen Logik unterstehen, sondern nach dem Verausgabungsprinzip, dem Potlatschprinzip alter Südseevölker, wenn man so will, funktionieren: Geben bis zum Ruin seiner selbst, bis Besitzdenken und Habenwollen durchkreuzt sind und man, wie Hans im Glück, leichten Herzens den Weg aus der Kur ins Freie findet.

                                                               Edith Seifert


In Deutschland hat die Psychoanalyse heute einen so schweren Stand, daß sie manchmal schon für überholt erklärt wird. Zu Unrecht. In Wirklichkeit ist sie höchst lebendig. Die Schriftstellerin Iris Hanika und die Psychoanalytikerin Edith Seifert stellen die Psychoanalyse nach Jacques Lacan von beiden Seiten dar: aus der Sicht der Analytikerin sowie aus der Sicht der Analysantin. Der Vermittlung der Theorie wird dabei ebensoviel Platz eingeräumt wie dem Erfahrungsbericht, und konkrete Fragen werden konkret beantwortet.
Iris Hanika und Edith Seifert lesen aus ihrem Buch (edition suhrkamp) und sprechen von der Lust am Abenteuer auf der Couch.

 

Freitag, 21. April, 20.00 Uhr


Andreas Jacke: Marilyn Monroe und die Psychoanalyse

Marilyn Monroe selbst hat augenscheinlich den Rahmen gesprengt, der ihr medial vorgegeben wurde. Sie war mehr als eine gute Schauspielerin, die perfekt posieren konnte, sie war eine der interessantesten Frauen, die jemals vor einer Filmkamera gestanden haben. Und immer noch versuchen wir zu begreifen, woran diese unglaublich weiche, offenherzige und zärtliche Frau nun eigentlich zu Grunde gegangen ist.

                                                                  Andreas Jacke


Der in Berlin lebende Autor Andreas Jacke versucht in seinem Buch »Marilyn Monroe und die Psychoanalyse« (Psychosozial Verlag) mit Hilfe der zu Lebzeiten von M.M. vorgenommenen Diagnosen und anhand der Theorie von Jacques Lacan eine eingehende psychoanalytische Rekonstruktion der Persönlichkeit von Marilyn Monroe. „Die meisten Menschen, die sich für Monroes Leben näher interessieren, entwickeln aufgrund ihrer vielen Probleme intensive Rettungsphantasien, und ich stelle da auch keine Ausnahme dar.“
Die Berliner Autorin und Kritikerin Katharina Rutschky spricht mit Andreas Jacke über sein Monroe-Buch.

 

Dienstag, 25. April, 20.00 Uhr


Wolfgang Benz / Barbara Distel
Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager
Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, Flossenbürg

Zum Wesen nationalsozialistischer Herrschaft gehörte das System des Terrors, das in der Regie der SS ganz Europa mit einem Netz von Konzentrationslagern überzog. Insgesamt existierten 24 Hauptlager mit ungefähr 1000 Außenlagern, in denen Menschen als Regimegegner, als religiöse und kulturelle Minderheit, als „Asoziale“, als Widerstandskämpfer, als „rassisch“ Unerwünschte verfolgt, gequält, als Arbeitssklaven ausgebeutet und vernichtet wurden.

Wolfgang Benz, Professor für Geschichte an der TU Berlin und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung, und Barbara Distel, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, stellen zusammen mit Ernst Cramer (Häftling und Befreier: Beobachtungen im KZ Buchenwald) und Angelika Königseder (Die Allgegenwart der Barbarei: Konzentrationslager in Berlin) den dritten Band ihrer auf sieben Bände angelegten »Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager« (C.H. Beck) vor.

 

Donnerstag, 27. April, 20.00 Uhr


Nicolaus Sombart: Reise nach Rumänien mit Fourier

In uns sind Mythen lebendig, die durch Vererbung an uns weitergegeben wurden und deren Realität jeder empirisch überprüfbaren Wirklichkeit überlegen ist. So trug ich in mir die Bilder einer Erzählung, die sich schärfer in mein Gedächtnis eingeschrieben hatten, als die Erinnerungen an etwas, das ich selbst erlebt hatte.

                                                                  Nicolaus Sombart


Im August 1972 bereiste Nicolaus Sombart drei Wochen lang Rumänien, das Land, aus dem seine Mutter stammte und das er seit 36 Jahren nicht mehr betreten hatte. Nun ist er Mitarbeiter des Europarates und soll auf einem Kongreß für Zukunftsforschung über Charles Fourier sprechen. Doch je länger die Reise dauert, um so präsenter wird die große rumänische Familie, um so mehr erfährt der Besucher über das Leben seiner Mutter, Corinna Léon, die eine große Karriere als Wissenschaftlerin vor sich hatte, aber plötzlich nach Berlin ging und den erheblich älteren Professor Werner Sombart heiratete. Friedhelm Ptok liest aus »Reise nach Rumänien mit Fourier« (Transit Verlag).

 

Freitag, 28. April, 20.00 Uhr


Aus der Tiefe des Traumes
11 Frauen erzählen Fußballgeschichten

Klar, Frauen dürfen mit ins Stadion und dürfen, wenn sie brav sind, auch mit vor dem Fernseher sitzen. Katholische Ämter und Fußball sollten aber in Händen, Köpfen und um die Füße der Männer bleiben (wie schön, wenn etwas Geschaffenes bleibt, wie’s war, und damit den Zustand des Natürlichen annimmt), hingegen möchten Frauen doch bitte allen Ehrgeiz darauf verwenden, endlich den Chefposten bei Daimler Benz zu ergattern.

                                                            Sibylle Lewitscharoff


Die zu literaturhaeuser.net zusammengeschlossenen deutschen Literaturhäuser haben elf Autorinnen gebeten, ihre Fußballgeschichten zu schreiben: Sibylle Berg, Ines Geipel, Annett Gröschner, Uta-Maria Heim, Petra Morsbach, Fanny Müller, Dagmar Leupold, Sibylle Lewitscharoff, Annette Pehnt, Eva Rossmann und Antje Rávic Strubel.
Die deutschen Fußballdamen sind schließlich amtierende Weltmeister – wer weiß, vielleicht wird Deutschland irgendwann einmal sogar Päpstin.
Annett Gröschner, Ines Geipel und Annette Pehnt lesen aus ihren Fußballtexten.

 

 

Offizieller Beitrag
des Kunst- und Kulturprogramms
der Bundesregierung.

 

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