Zwischen den Fronten. Der Glasperlenspieler Hermann Hesse | Ausstellung 14.12.17-11.3.18
13 Dez  Mittwoch
20:00 h Grosser und Kleiner Saal

Ausstellung

Zwischen den Fronten. Der Glasperlenspieler Hermann Hesse

Ausstellungseröffnung

 
Als erfolgreicher Autor des berühmten S. Fischer Verlags, dem er seit 1904 angehörte, war Hermann Hesse (1877-1962) in besonderer Weise mit Berlin verbunden, wenngleich er selbst nur ganz selten hier war. Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten hatte auch für Hesse, der seit 1924 wieder Schweizer Staatsbürger war und im Tessin lebte, weitreichende Konsequenzen, da ihn die Bindung an seinen Berliner Verlag in Abhängigkeit vom nationalsozialistischen Regime brachte, dessen Propagandisten ihn anfangs diffamierten und später ausmanövrierten. Einflussreiche emigrierte Publizisten indessen verurteilten aufs schärfste, dass Hesse nicht gegen die Veröffentlichung seiner Bücher und Texte in Deutschland vorging und sich nicht ausschließlich zur deutschen Exilliteratur bekannte. Redakteure Schweizer Zeitungen wiederum warfen Hesse mangelndes Verständnis des Schweizer Antisemitismus vor, der Anfang 1936 eine Niederlassung in Zürich des ins Exil getriebenen Teils des S. Fischer Verlags unausgesprochen mit verhindert hatte.

Fokussiert auf die Jahre von 1933 bis 1947, thematisiert die Ausstellung anhand vieler bislang unbekannter Materialien die vielschichtigen Verflechtungen, die Hesse zwischen der Schweiz, der deutschen Emigration und der Diktatur in Deutschland buchstäblich „zwischen die Fronten“ geraten ließ.

Anlass für die Ausstellung ist die Möglichkeit, aus dem umfangreichen, bislang unveröffentlichten Briefwechsel Hesses mit seinem jüngsten Sohn Martin (1911-1968) einige ausgewählte Briefe präsentieren und dem Zeitgeschehen zuordnen zu können. Im Frühjahr 1932 hatte Martin Hesse noch einen Vorkurs am Bauhaus in Dessau belegen können und erlebte dort die politische Radikalisierung Deutschlands. In die Schweiz zurückgekehrt, entwickelte Martin Hesse aus der am Bauhaus angeregten Beschäftigung mit der Fotografie eine professionelle Passion: Von ihm stammen die beeindruckenden Aufnahmen der Kunstdenkmäler des Kantons Bern und unzählige Fotos seines berühmten Vaters.

Die Ausstellung setzt mit einem Rückblick auf Hesses erste Frau Maria (Mia), geb. Bernoulli (1868-1963), ein, mit der er bis 1912 in Gaienhofen am Bodensee gelebt hatte. Maria Bernoulli gilt als die erste Schweizer Berufsfotografin, zusammen mit ihrer Schwester unterhielt sie von 1902 bis 1907 ein Fotoatelier in Basel.

 

Öffnungszeiten
14.12.2017 - 11.3.2018
Di bis Fr 14 - 19 Uhr
Sa, So 11 - 19 Uhr

23. - 26. und 31.12.2017 sowie 1.1.2018 geschlossen
27. - 30.12.2017 von 14 bis 19 Uhr geöffnet



Eine Ausstellung des Literaturhauses Berlin
Konzipiert von Lutz Dittrich mit Unterstützung durch Gunnar Decker und Volker Michels
Mitarbeit: Sebastian Januszewski
Ausstellungsgestaltung: unodue { (Costanza Puglisi und Florian Wenz)



Die zur Ausstellung erscheinende Begleitpublikation enthält einige ausgewählte Abdrucke aus dem Briefwechsel Hermann Hesses mit seinem Sohn Martin sowie Originalbeiträge von Jan-Pieter Barbian (Publizist), Gunnar Decker (Hesse-Biograph), Michael Kleeberg (Schriftsteller und Übersetzer) und Volker Michels (Hesse-Herausgeber).In der Ausstellung erhältlich.

Zahlreichen Leihgebern in der Schweiz und in Deutschland ist für freundliche Unterstützung zu danken. Besonderer Dank gilt Sibylle Hesse und Hanspeter Siegenthaler für die großzügige Bereitschaft, den bislang nicht edierten aber bereits mühsam transkribierten Briefwechsel Hermann Hesses mit seinem Sohn Martin zur Verfügung gestellt zu haben.

Ausstellungsführungen finden ab dem 11. Januar 2018 regelmäßig donnerstags ab 17 Uhr statt (Dauer ca. 1 Stunde); wir bitten um Anmeldung. Auch gesonderte Führungen sind nach Anmeldung möglich.

Informationen zum Begleitprogramm werden demnächst in weiteren Ankündigungen veröffentlicht.

Eintritt zur Ausstellung und zu den Begleitveranstaltungen: 6.- / 4.- Euro

Für die Unterstützung des Projekts danken wir der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

gefördert durch die

ksb SW

Eintritt: frei

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