Zwischen den Fronten. Der Glasperlenspieler Hermann Hesse | Ausstellung 14.12.17-11.3.18
06 Apr  Donnerstag
20:00 h Großer Saal

FRAGILE. Europäische Korrespondenzen 1

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Es war ein herrliches Beispiel für die altehrwürdige Kunst des Briefeschreibens, die wir ja mit unserem kleinen Austausch wieder aufzugreifen versuchen – und der man sich vielleicht ganz allgemein wieder mit mehr Verve widmen sollte, tritt doch der Briefeschreiber, ganz wie der Dichter, einen Schritt zurück von der rasenden Hast und den weitereilenden Massen und hält für einen Augenblick die Zeit an, betrachtet, reflektiert, resümiert und wählt seine Worte mit so viel Bedacht, daß sogar das Flüchtigste Gewicht und Dauer erhält, selbst Hutmoden und Roastbeef zu Trägern einer Botschaft werden, weil sich dem Empfänger durch sie und ihre Beschreibung etwas mitteilt vom flüchtigen Moment und vom Gemüt des Absenders. Sollten wir nicht alle wieder mehr Briefe quer durch Europa schicken, mittels solcher Augenblickskapseln, über die Grenzen hin- und zurückgetragen, das Verständnis für einander und das Wissen umeinander derart vertiefen, daß ein Mißverstehen kaum noch möglich wäre? [Jan Wagner an Nikola Madzirov]  

 

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 Fünf Monate lang konnten und sollten Jan Wagner und Nikola Madzirov sich Briefe schreiben; das Netzwerk der Literaturhäuser hatte sie im Rahmen seines Projektes »FRAGILE. Europäische Korrespondenzen« neben 13 weiteren Autorenpaarungen dazu eingeladen. Nun liegen diese Briefe gesammelt und gedruckt im neuesten Heft der Zeitschrift »die horen« (Band 265) vor.

jan wagner 22 133x1782xJan Wagner, 1971 in Hamburg geboren, lebt als Dichter, Herausgeber und Übersetzer in Berlin. Nikola Madzirov, 1973 in Mazedonien geboren, hat drei Gedichtbände veröffentlicht. Er lebt in Mazedonien und ist als Lyriker, Essayist und literarischer Übersetzer tätig. 2016 war er zu Gast im Künstlerprogramm des DAAD in Berlin.

Jan Wagner und Nikola Madzirov lesen aus ihrem Briefwechsel.

Ein Projekt des Netzwerks der Literaturhäuser, gefördert von der Robert Bosch Stiftung und Arte

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arteKulturpartner des literaturhaus.net

Eintritt: 5,- / 3,- €

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