Stefan Zweigs "Schachnovelle" | Ausstellung. Bis 24. Sept. 2017
29 Okt - 11 Dez
Kleiner Saal

Ausstellung

Carola Neher (1900 - 1942). Schauspielerin

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Ausstellungseröffnung: 28. Oktober 2016, 20 Uhr, Eintritt frei

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mi - Fr: 14 - 19 Uhr, Sa, So: 11 - 19 Uhr, Eintritt 5.- / erm 3.- €


03 1927 Carola Neher LHB

 

»Wir Schauspielerinnen sind erst auf der Bühne in unserem Element - wir stolpern nur im Leben.« Carola Neher, 1927

 

Die für Brecht so erfolgreiche Premiere der »Dreigroschenoper« fand am 31.8.1928 zwar ohne Carola Neher statt - ihr Ehemann, der Dichter Klabund, war kurz zuvor gestorben. Doch bei der Wiederaufnahme des Stücks 1929 und in G.W. Pabsts Verfilmung war Carola Neher mit der Rolle der Polly auf dem Zenit ihrer Karriere.

1900 in München geboren, hatte sie bereits 1922 kleine Auftritte an den dortigen Kammerspielen, wo damals Brecht als Dramaturg arbeitete. Nach Stationen in der Provinz brachten vor allem die ganz auf sie zugeschnittenen Stücke Klabunds rasch den Durchbruch: An der Seite der berühmtesten Schauspieler trat die Neher, von der Kritik bejubelt, ab 1926 an allen wichtigen Bühnen Berlins auf. Von Georg Kaiser, Bronnen, Feuchtwanger, Wedekind, Benn, Heinrich Mann, Arnold Zweig, Hasenclever … verehrt, waren es dann vor allem Brecht (1929 »Happy End«, 1932 Hörstück »Die heilige Johanna der Schlachthöfe«) und der Musiker Hermann Scherchen, die Carola Nehers politische Urteilskraft beeinflußten.

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten endete Carola Nehers künstlerischer Erfolg abrupt. Im Sommer 1933 mit ihrem neuen Ehepartner, dem Kommunisten Anatol Becker, nach Moskau emigriert, wurde ihr im November 1934 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Kurz darauf zogen die Stalinistischen »Säuberungen« sie in den Abgrund: Ihr Urteil vom Juli 1937 lautete auf 10 Jahre Haft, Anatol Becker wurde erschossen. An Typhus erkrankt, starb Carola Neher am 26.6.1942 im Gefängnis von Sol-Ilezk (Grenze zu Kasachstan). 

Ende 2013 wurde auf Anregung von MEMORIAL Deutschland in ihrer Geburtsstadt München eine Straße nach Carola Neher benannt, in diesem Zusammenhang entstand die Ausstellung. Georg Becker, Carola Nehers und Anatol Beckers 1934 geborener Sohn, der seit 1975 in Augsburg lebt, hat jahrzehntelang ein umfangreiches Archiv zusammengetragen, das hier erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und das Schicksal Carola Nehers vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte vergegenwärtigt.  

Zur Eröffnung begrüßen Lutz Dittrich und Bettina Nir-Vered (MEMORIAL Deutschland, München); Petra Kraus (Deutsches Theatermuseum) und Micha Neher (Neffe Carola Nehers) führen in die von ihnen realisierte Ausstellung ein. Anschließend präsentieren Studenten der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin einen kurzen Ausschnitt ihres Carola Neher-Programms »Kalte Füße, heißes Herz« (Konzept/Einstudierung Ines Geipel), das am 5.11.2016 aufgeführt wird. 

 

Anläßlich der Ausstellung findet im Herbst auch im Berliner Ensemble eine Lesung statt: www.berliner-ensemble.de

Ausstellungsführungen: So., 13. und 27.11. [entfällt krankheitsbedingt!] (Lutz Dittrich) sowie 11.12. (Micha Neher), jeweils ab 11.30 Uhr 

Alle Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung hier zum Download (pdf)

Lutz Dittrich über die Ausstellung, Museumsjournal 4/2016

 

Für die Unterstützung des Projekts danken wir der Bundesstiftung Aufarbeitung sowie der Otto Wolff Stiftung und dem Verein der Freunde und Förderer des Literaturhauses Berlin.  

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Unserem Medienpartner kulturradio vom rbb danken wir für die Zusammenarbeit.

kulturradio rbb

Eintritt: frei

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