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FRAGILE. Europäische Korrespondenzen
Juli - November 2016
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Walter Serner Preis 2016 - Ausschreibung
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Stellenausschreibung
Das Literaturhaus Berlin besetzt zum 1. Januar 2018 die Stelle seiner Leiterin oder seines Leiters neu.
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Petition: Thomas Manns Villa erhalten!
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Wir gratulieren Anselm Glück zum Oskar Pastior-Preis 2016!

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung am 1. Juli 2016 um 20 Uhr


Glueck
Mit großer Geschwindigkeit jagen die Lebensgeister allen möglichen Eindrücken nach. Gelüste häufen sich. Wir bannen die Natur in unsere Schädel und unterwerfen sie unseren Ideen. Der betrachtete Gesichtsausdruck bebt aus dem Spiegel hervor und schlüpft in das gegenüber aufgestellte Augenpaar. Über den Mund huscht bekanntlich ein Lächeln
[Anselm Glück]

Als Schriftsteller wie als Maler und Zeichner hat Anselm Glück, 1950 in Linz geboren, Werke geschaffen, die der experimentellen und konkreten Kunst verpflichtet, eine sehr eigene, unverwechselbare Diktion aufweisen. Zu seinen Techniken gehören Montage und Collage ebenso wie Erzählen als Nichterzählen, beziehungsweise ein gestisches Sprechen, das die Dinge, von denen gesprochen wird, wie vorgezeigt erscheinen läßt. Reflexionen werden dinglich, Worte aus dem Korsett der Grammatik gelöst und in neue, hybride Bedeutungen überführt.

Begrüßung: Ernest Wichner, Laudatio: Paul Jandl, Dank des Preisträgers Anselm Glück, Frank Arnold liest aus Texten von Anselm Glück.



Zur Preisverleihung eröffnen wir – Literaturhaus Berlin und Oskar Pastior Stiftung – die Ausstellung


Postkarte website

WENN’S NUR SO WÄRE WIE ES IST

BILDER VON ANSELM GLÜCK


Die Ausstellung ist
vom 2. Juli bis zum 28. August 2016
Di.-Fr. 14-19 Uhr und Sa./So. 12-18 Uhr geöffnet.



 
 

Oskar Pastior inmitten der Oulipoten (v. l. n. r.) Olivier Salon (sitzend), Jacques Jouet, Hervé Le Tellier, Jacques Roubaud, Ian Monk, Anne F. Garréta und Marcel Bénabou
[Mai 2003 im Literaturhaus Berlin]  Foto © Isolde Ohlbaum

Oskar Pastior (1927–2006)

Geboren 1927 in Hermannstadt (Siebenbürgen); 1945–1949 Deportation in sowjetische Arbeitslager im Donbas. Nach der Rückkehr Gelegenheitsarbeit, Studium der Germanistik und schließlich Rundfunktätigkeit in Bukarest. 1964 erschien der erste Gedichtband «Offne Worte». 1968 Flucht in den Westen. Lebte seit 1969 als freier Schriftsteller in Berlin. Mitglied der Werkstatt für Potentielle Literatur, «OuLiPo», die alle drei Jahre im Literaturhaus Berlin tagt. Ebenso Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und der Akademie der Künste in Berlin. Oskar Pastior starb am 4. Oktober 2006 in Frankfurt a/M. Die Verleihung des ihm zugesprochenen Georg Büchner-Preises konnte nur noch posthum erfolgen.
Oskar Pastior, der auch als Übersetzer tätig war, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Peter Huchel-Preis und den Erich Fried-Preis. Weit über 40 Veröffentlichungen sind zu seinen Lebzeiten erschienen. Sein reiches poetisches Werk, das er in unnachahmlicher Weise vorzutragen wußte, wird durch den Formenreichtum und die innovative Kraft noch lange nachklingen und -wirken.
Seine Werkausgabe erscheint im Carl Hanser Verlag; bislang liegen vier Bände vor. Im September 2010 wurde bekannt, daß Oskar Pastior im Juni 1961 eine Erklärung beim rumänischen Geheimdienst Securitate unterschrieben hat, mit der er sich als Informeller Mitarbeiter verpflichtete. Bis zu seiner Ausreise im April 1968 wurde Oskar Pastior unter dem Decknamen "Stein Otto" von der Securitate als Informant geführt. Ernest Wichner: Das Gleiche ist nicht Dasselbe. Der Dichter Oskar Pastior, die Securitate und die anderen. Versuch, in einen Abgrund zu blicken. Erschienen im Tagesspiegel, Anfang März 2011.

Oskar Pastior Stiftung gegründet

Nach der Stiftungsratssitzung vom 28. April 2008 gaben die Mitglieder des Stiftungsrates Marianne Frisch, Herta Müller, Klaus Ramm (Vorsitzender), Dierk Rodewald, Ulf Stolterfoht, Christina Weiss und Ernest Wichner (Stellv. Vorsitzender) die Gründung der Oskar Pastior Stiftung bekannt.
Oskar Pastior hatte testamentarisch diese Stiftung verfügt und die Stiftungsratsmitglieder benannt.
Die Stiftung vergibt den Oskar Pastior-Preis. Ausgezeichnet werden Autoren, deren Werk in der Tradition der Wiener Gruppe, des Bielefelder Colloquiums Neue Poesie und von OULIPO (der Werkstatt für potentielle Literatur) steht.
Darüber hinaus kann die Stiftung die literarische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Literatur sowie mit dem Werk von Oskar Pastior fördern.
Der Preis soll alle zwei Jahre verliehen werden und ist mit einer Preissumme von 40.000,- Euro dotiert. Bewerbungen um den Preis sind nicht möglich. Der Sitz der Stiftung befindet sich im Literaturhaus Berlin.

Stiftungsrat: Marcel Beyer, Ernest Wichner (Vorsitzender), Herta Müller, Dierk Rodewald, Ulf Stolterfoht, Prof. Dr. Christina Weiss

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Oskar Pastior-Preis 2014 an Marcel Beyer

Der mit 40.000 € dotierte Oskar Pastior-Preis geht in diesem Jahr an den Lyriker und Erzähler Marcel Beyer, "dessen Werk sich durch eine intensive Beobachtung des sprachlichen Materials auszeichnet, die durch die harten Themen hindurch in offenes poetisches Gelände führt. In rhythmischen Reihungen und perspektivischen Verschiebungen macht er verschüttete historische Erfahrung zugänglich und treibt so die Traditionen experimentellen Schreibens voran."
[Begründung der Jury]

Die Oskar Pastior Stiftung hat auf ihrer Stiftungsratssitzung am 6. März 2014 den diesjährigen Oskar Pastior-Preis Marcel Beyer zugesprochen. Juroren des Preises waren die Mitglieder des Stiftungsrats: Klaus Ramm, Marianne Frisch, Christina Weiss, Ulf Stolterfoht, Dierk Rodewald, Herta Müller und Ernest Wichner.

Nach Oswald Egger 2010 ist Marcel Beyer der zweite Preisträger; im Jahr 2012 verzichtete die Stiftung auf eine Preisverleihung und betrieb dafür die Aufklärung hinsichtlich der Securitate-Mitarbeit von Oskar Pastior. Die Ergebnisse dieser Recherche wurden 2013 in dem Band „Versuchte Rekonstruktion – Oskar Pastior und die Securitate" (Edition Text + Kritik) veröffentlicht.

Die Preisverleihung fand am 14. September 2014 um 11 Uhr im Rahmen des internationalen literaturfestivals berlin im Haus der Berliner Festspiele statt. Die Laudatio auf Marcel Beyer hielt Christina Weiss.


 

Marcel Beyer, geboren am 23. November 1965 in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte von 1987 bis 1991 Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; 1992 Magister artium mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Ab 1989 gab er an der Universität Siegen gemeinsam mit Karl Riha die Reihe »Vergessene Autoren der Moderne« heraus. Von 1990 bis 1993 arbeitete er als Lektor an der Literaturzeitschrift »Konzepte« mit; von 1992 bis 1998 veröffentlichte er in der Musikzeitschrift »Spex«. 1996 und 1998 war er Writer in residence am University College London und an der University of Warwick in Coventry. Bis 1996 lebte Marcel Beyer in Köln, seitdem ist er in Dresden ansässig. Er wurde für sein Werk mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. in diesem Jahr mit dem Kleist-Preis.

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