Li-Be digital - Festival

Climate Fiction Festival. Tag 1

Fr 4.12.
15:30 Uhr

4., 5. und 6. Dezember 2020

3 Tage Literatur im Zeichen der Klimakrise

»Wo die Gefahr wächst, darf Literatur nicht harmlos sein!«

Das Climate Fiction Festival bietet Autor*innen und Wissenschaftler*innen eine Bühne, auf der sie ihre Arbeiten vorstellen und ihr gemeinsames Thema diskutieren können: das Klima, seine drastische Veränderung und die Möglichkeit der Literatur, auf die ökologische und gesellschaftliche Krise zu reagieren. Welche Rolle spielen Klima und Klimawandel in der Literatur der Vergangenheit und Gegenwart? Wie reagieren die Autor*innen auf die existentielle Dringlichkeit des Themas? Im Krimi, Thriller, Sci-Fi-Roman, Lyrik oder Sachbuch wird von einer der wichtigsten Herausforderungen unserer Gegenwart erzählt, werden Dystopien ausgemalt und neue Utopien entworfen.
Das Climate Fiction Festival Berlin ist weltweit das erste mehrtägige Literaturfestival mit dem Schwerpunkt Klimakrise und Literatur. Zur ersten Auflage im Dezember 2020 laden wir Autor*innen und Expert*innen aus Österreich, der Schweiz, Dänemark, Deutschland, der Türkei, England und den USA ein.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos und live hier und auf dem YouTube-Kanal des Literaturhaus Berlin zu sehen.

Das Programm findet in englischer und deutscher Sprache mit Simultanübersetzung statt.

Programm

15:30 Uhr
Begrüßung
Literaturhaus Berlin und CLIMATE CULTURES network berlin stellen sich und das Festivalprogramm vor.

15:40-16:00 Uhr
1. Einführung: Was ist Climate Fiction?

Axel Goodbody ist Germanist, Ecocritic, Mitinitiator von EASLCE (European Association for the Study of Literature, Culture and the Environment) und ausgewiesener Experte für Klimathemen in der deutschsprachigen Literatur. Gemeinsam mit Adeline Johns-Putra hat er den Band CliFi-A Companion (2019) herausgegeben. In einem Kurzvortrag erklärt er die wichtigsten Kriterien der Climate Fiction.

16:00-17:30 Uhr
2. Climate Classics: Klassiker der Klimaliteratur

Ein Gorilla namens Ishmael erklärt uns, warum Zivilisation zur Selbstzerstörung des Menschen führt; eine Historikerin erinnert sich im Jahr 2061 an die Zeit, als Australien in Klimagewinner*innen und -verlierer*innen gespalten war; eine junge Farmerin in den Appalachen wird durch das rätselhafte Flugverhalten von Monarchfaltern zur Wissenschaftlerin. Drei ältere und jüngere Klassiker der Climate Fiction: vorgestellt, kommentiert und kritisch eingeordnet von dem Literaturwissenschaftler Axel Goodbody, der Literaturkritikerin Sieglinde Geisel und dem Kritiker Martin Zähringer.

Im Gespräch werden folgende climate classics diskutiert: Daniel Quinn: Ismael (1992); Barbara Kingsolver: Flugverhalten der Schmetterlinge (2014); George Turner: Sommer im Treibhaus (1991).

Pause

18:00-19:00 Uhr
3. CliFi Rebellion: Widerstand und Literatur

Im Gespräch mit Martin Zähringer erklärt die Autorin und Aktivistin Sina Kamala Kaufmann (extinction rebellion) die Ideen des von ihr mit herausgegebenen Extinction Rebellion-Handbuches »Wann wenn nicht wir*«. Diese setzen auf direkte Aktion und zwar am besten: sofort! In dem Band »Helle Materie« (2019) erforscht Kaufmann mit ›nahphantastischen Erzählungen‹ auch die Zukunft. Was will die kämpferische Generation erreichen? Ein Gespräch über Literatur und Widerstand.

Pause

19:30–20:30 Uhr
4. Zeitfenster 41: Requiem für die Ausgerotteten (Uraufführung)

Das »Requiem« ist eine Verbindung von Performance und Lesung mit der Eco-Soundkünstlerin Jana Irmert und dem Dichter Mikael Vogel. Irmert hat für das Festival gemeinsam mit dem Autor Vogel ein Sound-Requiem komponiert: ein Mahnmal der Auslöschung. Es reflektiert – ausgehend von der Erinnerung an die lokale Klimakatastrophe auf der Osterinsel und der dort ausgerotteten Vogelart Dodo – das sechste globale Massenaussterben, mit dem wir es heute zu tun haben.

 

Das Climate Fiction Festival wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, von der Danish Arts Foundation und von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und findet mit freundlicher Unterstützung der Goethe Institute Kopenhagen und London, des Literaturhauses Zürich sowie des Literaturmuseums Strauhof statt.

Alle Infos zum Festival, den teilnehmenden Autor*innen und dem Programm finden Sie hier

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