Gastveranstaltungen

Jeden Montag um 21:00 Uhr
WORTSERVIERUNGEN
Beste Texte. Kostenlos.
Mit Richard Burger

 

Mi 8.2.  18:30 Uhr Kaminzimmer
Eintritt frei
»Täterin oder Opfer?«
Karl Alich: Freispruch für Stella Goldschlag
Buchvorstellung mit dem Autor, Shelly Kupferberg und Micha Brumlik

2022 wäre eine Frau 100 Jahre alt geworden, um die in den letzten Jahren leidenschaftlich gestritten wurde. War die Jüdin damals Täterin oder selbst ein Opfer des Rassenwahns im Dritten Reich? Hat sie »als Jüdin andere Juden schuldhaft verraten«, wie das im Urteil des Schwurgerichts Moabit im Jahre 1972 suggeriert wird? War sie getrieben von der Sorge, ihre Eltern vor der Deportation nach Auschwitz zu retten oder hatte sie andere Motive? Hatte sie überhaupt rationale Motive oder wollte sie selbst erlittene Qualen auch anderen zufügen?

Karl Alich ist den Spuren des Gerichtsverfahrens von 1972 nachgegangen, weil er eine »besondere moralische Verantwortung« fühlt, die Goldschlag vor ihrem Suizid 1994 mit ihrem einzigen Interview hinterlassen hatte. Im Bewusstsein dieser Verantwortung entwirft er ein Leben, wie Stella Goldschlag es sich nach dem Ende der Nazi-Herrschaft gewünscht hätte, wie sie es aber in einem von Nazi-Richtern dominierten Land nicht leben durfte.

Entstanden ist ein leicht lesbarer Roman, ein Stück Zeitgeschichte, das besonders die persönliche Tragik der Person Stella Goldschlag in einem ideologisch und juristisch zerrissenen Deutschland mitfühlend erzählt.

Der Autor
Karl Alich, 1948 in Potsdam geboren, hat nach seinem Freikauf durch die Bundesrepublik von 1972 bis 1978 Rechtswissenschaften an der FU Berlin studiert und ist seit 1980 in Berlin-Wilmersdorf als Anwalt tätig.

Anmeldung erbeten unter: ms@schwindkommunikation.de

 

Sa 11.3. 17:00 Uhr Kaminzimmer
Eintritt frei
Vortrag und Gespräch
Donaustädte in der Literatur

Mit Dr. Olivia Spiridon, Leiterin des Forschungsbereichs Literaturwissenschaft am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen

Moderation: Georg Aescht, Publizist

Auf eine einzigartige literarische Entdeckungsreise begibt sich, wer die »profunde und verborgene Sprache« (Claudio Magris) des Donauraums entschlüsseln will. Der Wanderer wird Legenden, Märchen, Gedichte, Erzählungen, Romane, Reiseberichte, Essays, Tagebücher entdecken und die Vielfalt bestaunen, die Europas längster Strom anbietet. In quirligen Donaustädten wird er landen und ihren Facettenreichtum bewundern. Die Atmosphäre dieser Städte wird ihn bereichern und inspirieren.

Donaustädte als Gegenstand der literarischen Reflexion ermöglichen überraschende Blickwinkel auf urbane Entwicklungen. Über die Spannungsfelder Modernisierung und Tradition, Natur und Technologie, Dynamik und Beschaulichkeit, kulturelle Diversität und Homogenität nähert sich die Literaturwissenschaftlerin Dr. Olivia Spiridon Donaustädten wie Ulm, Regensburg, Budapest, Neusatz/Novi Sad, Rustschuk/Russe, Sulina.

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen seines Jahresthemas 2023: Die Donau: 3000 Kilometer Europa.